4. DEAGo am 30.11.2008

DIE JAGD NACH LEBEN: Advent - Hektik oder Ankunft?

Der Abend begann mit adventlicher Hektik. Während der Chor schon sang und die Besucher herein strömten, wurde noch gesaugt und Staub gewischt, um für das Fest alles perfekt vorzubereiten. Die Kinder stritten sich beim Plätzchen verzieren und Mutter hatte Mühe, einen zusätzlichen Besuch von Tante Gretchen am Telefon abzuwehren. Der Sohn latschte mit dreckigen Schuhen quer über den frisch gesaugten Teppich und ließ die Schimpfkanonade gelassen über sich ergehen...

So wurden die Besucher des 4. DEAGo auf das Thema eingestimmt. Doch nach 5 Minuten wurde "das Drama" beendet und der Gottesdienst begann. Während der Pesterwitzer Kammerchor unter der Leitung von Anne Horenburg einen wunderschönen Choral sang, durften die Besucher ihre Kerze anzünden, die sie am Eingang bekommen hatten. Nach und nach verlosch das Licht und im Dämmerschein der Kerzen nahm der Gottesdienst seinen Lauf. Musikalisch entstand ein reizvoller Kontrast zwischen neuen geistlichen Gemeindeliedern, die am Klavier von Sarah Doltze begleitet wurden, und den Chorsätzen des Kammerchores, die von der Empore "wie vom Himmel" als ein bezaubernder Klangteppich auf die Zuhörer förmlich herab schwebten.

An der Geschichte von Maria und Martha machte Albrecht Kaul in einer sehr lebendigen Predigt deutlich, dass wir oft ausbrennen. Am Beispiel seines Autos, welches eines Tages nicht mehr fahren konnte, weil kein Öl mehr drin war, erklärte er, dass wir ebenfalls „Öl“ benötigen – das heißt: die nötige Pause in der Hektik der Woche, die Nähe zu GOTT, das Stillesein, Hören und Auftanken bei IHM. Die Standards der Industriegesellschaft sehen keine Muse und besinnliche Adventszeit vor. Und wir – wenn wir uns diesem Strudel nicht entziehen – laufen Gefahr, Nebensächlichkeiten zur Hauptsache werden zu lassen. Advent bedeutet Ankunft. Jesus Christus will ankommen bei einem jeden von uns.

Nach dem Gottesdienst empfing die Besucher vor der Tür wieder ein leckerer Imbiss. Am Holzfeuer bei Glühwein und Kerzenschein gab es trotz Kälte noch lange Zeit angeregte Gespräche.