Eindrucksvoller Gottesdienst „Zwischen Bangen und Hoffen“

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© Foto: Victoria Belikova

Die Glocken der St. Jakobuskirche Pesterwitz luden am 22. März zu ungewöhnlicher Zeit um 17:00 Uhr zu einem Meditationsgottesdienst ein. Mit diesem Gottesdienst wurde die Bibelwoche abgeschlossen. Das kleine Vorbereitungsteam, welches sich speziell für diese Gottesdienstform vor zwei Jahren gebildet hatte, griff das Bibelwochenthema aus dem Buch Esther auf und versuchte, die biblische Erzählung den Gottesdienstbesuchern in verschiedenster Weise nahezubringen. Zu Beginn wurde die Geschichte um die Königin Esther nach eine Jüdischen Vorlage in einer gut verständlichen Neufassung in heutigem Deutsch mit verteilten Rollen gelesen. Die einzelnen Szenen wurden von Ralf Gimpel (Klarinette) und Kantorin Anne Horenburg (Klavier) mit einfühlsamer Klezmer Musik untermalt.

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© Foto: Thomas Richter

In der Geschichte gelingt es Esther, die geplante Vernichtung der jüdischen Bevölkerung des Landes zu verhindern. Trotz anderer geschichtlicher Umstände sind uns existenzielle Sorgen und Ängste nicht fremd. Verschiedene Ängste unserer Gegenwart wurden von mehreren Orten der Kirche ins Wort gebracht. Die Tänzerin und Choreografin Katja Erfurth gestaltete mit ihrer Körpersprache eine emotional ergreifende Verwandlung der Angst in Hoffnung.

Zum Glück werden wir Christen mit unseren Ängsten nicht allein gelassen. Die Bibel bietet dazu vielfältige tröstende und mutmachende Worte, die anschließend beim Anzünden von Kerzen verlesen wurden. Der Jakobus-Kirchenchor sang dazu ein Lied aus Taizé. Anschließend erklang von allen gemeinsam Dietrich Bonhoeffers Lied “Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Nach Fürbitte-Gebet und Segensworten schloss der Gottesdienst mit dem schwungvollen und fröhlichen Lied „In dir ist Freude“. Katja Erfurth tanzte dazu in einem wunderschönen roten Kleid einen Freudentanz, der diesem Gottesdienst ein fröhliches Ende gab und Gott für seine spürbare Gegenwart dankte. Die ganze Zeit wurde die Kirche dem Thema entsprechend mit stimmungsvollem Licht in einem Wechselspiel von kalten Farben in blau/violett und hoffnungsvollem Grün bis hin zu wärmendem Rot beleuchtet.

Die Resonanz bei den Besuchern war eindeutig positiv. Nach einem ersten Beifall stand eine Besucherin spontan auf und bedankte sich mit den Worten „Es war ein sehr schöner Gottesdienst, Danke an alle Mitwirkenden!“, wozu wiederum applaudiert wurde. Eine Frau sagte am Ausgang, dass es sie sogar zu Tränen gerührt hatte.

Sie dürfen sich auf den nächsten Meditationsgottesdienst freuen! Er wird ein fester Bestandteil unserer Jahresplanung bleiben.

— März 2026